Allgemeine Informationen zu den Meilensteinen

3 grosse Hauptstrassen durchquerten das Land der Treverer: in der Nord/Südachse die Strasse, welche von Tongres über Arlon zum Titelberg und weiter nach Metz führte, sowie die Strasse welche von Lyon über Metz, Trier nach Köln resp. Mainz führte; in der Ost/Westachse verlief die Strasse von Reims über Arlon und Trier nach Köln resp. Mainz führte. Die Verbindung von Lyon/Metz nach Trier lief dabei über 3 verschiedene Streckenvarianten: über Dalheim, über Pachten oder schliesslich über Tawern.

Um dem Reisenden resp. dem Militär eine möglichst genaue Entfernungsangabe zu nennen, wurden in mehr oder weniger regelmässigen Abständen sogenannte Meilensteine aufgestellt, auf welchen man die Entfernung in unseren Gegenden in Doppelschritten (1000 Doppelschritte=1 römischen Meile), ab etwa der Zeit des Septimus Serverus (Regierungszeit 193-211) in Leugen (1 Leuge=ca. 2,222 km ) angeben war (1, S.XV). Die Meilensteine waren durchschnittlich 1,5m bis 3m hohe, aus Stein bearbeitete konische resp. zylindrische Säulen, welche einen Durchmesser von etwa 40cm-50cm hatten. Das untere Drittel bis Viertel besass einen quadratischen Sockel und war im Boden eingegraben (1, S.XIII).

Alle bisher bekannten Meilensteine wurden entlang von wichtigen Römerstrassen gefunden. Von der Nord-Südverbindung von Tongres-Arlon zum Titelberg ist zwar kein solcher Fund bekannt, dagegen gibt es in Belgien ein Meilensteinfragment, das von der Strasse Reims-Trier stammt. Aus Luxemburg sind zwei Fragmente aus der Nähe von Dalheim sowie ein Meilensteinstumpf aus Cap-Capellen bekannt. Im rheinland-pfälzischen Teil des Treverergebietes stiess man bei Bauarbeiten ebenfalls auf mehrere Steine.

Formen div. Meilensteine

Formen römischer Meilensteine der Rheinprovinz (1, S.XIII)


Die Inschrift des Meilensteines bestand bis zu Augustus (27v.Chr. - 14n.Chr) lediglich aus der Entfernungsangabe (2, S.13) bis zur Hauptstadt der jeweiligen Civitas. Ab Augustus liessen die Kaiser dann ihren Namen, Titel, Ämter und Ehren mit einmeisseln. Wie schon oben erwähnt, tritt ab Septimus Serverus (193-211) die gallische Leuge an Stelle der römischen Doppelschritte. Abgekürtzt findet man die Leuge oftmals als LEVGAE, LEVG oder ganz einfach als L, während die römischen Doppelschritte meist mit MP (milia passum), seltener mit MIL P angegeben werden. Die römische Meile (milliarum) beträgt 1000 Doppelschritte von je 1,4815 m=1,4815 km, einem Doppelschritt (passus) entsprechen 5 Fuss (pes), einem Fuss entsprechen 12 Zoll (uncia), während die gallische Leuge zu 1500 Doppelschritte von je 1,4815 m ~ 2,222 km ergeben (4).

Man kann sich nun fragen: Von welchem Punkt aus wurden die Meilen/Leugen eigentlich berechnet? Man kann hier den goldenen Meilenstein (milliarum aureum) denken, welcher unter Augustus auf dem Forum in Rom gesetzt wurde (20 v. Chr.). Auf diesem Meilenstein waren die Entfernungen zu den wichtigsten Städten Italiens sowie der römischen Provinzen angegeben. Die Meilenangabe fängt allerdings nicht vom Standort der Säule an, sondern sie beginnt bei der Servianischen Mauer (3, S.70 ff.), d.h in etwa an den Toren der Stadtmauern (vergleiche auch " Der Meilenstein der Igeler Säule").

Als Gegenstück zu dem Goldenem Meilenstein von Rom kann der "Tongrische Meilenzeiger" gesehen werden. Es ist dies ein achteckiger, aus Kalkstein bestehender Meilenstein, welcher nur noch teilweise wegen der starken Beschädigung auf 3 Seiten lesbar ist. Die Buchstaben waren vergoldet und geben, im noch lesbaren Teil, die Wegbeschreibung zu 3 römischen Strassen wieder. Im selben Atemzug kann auch auf die Inschrift von Junglinster, also aus dem Gebiet der Treverer, hingewisen werden. Der Stein enthält keine Meilenangaben, sondern nur die Beschreibung verschiedener Strecken, unter anderem die Strecke Mainz-Wederath-Neumagen-Trier (Mogontiac-Vicus Belginum-Noviomagus-Augusta Treverorum)



1.Hagen, Römerstrassen der Rheinprovinz, 8.Bd,1931
2.De Loë, Belgique ancienne, Tome III
3.Hülsen, das Forum Romanum
4.Thiel/Schockweiler, Die Römerstrasse Reims/Trier