Unser Kenntnisstand zu den Kirchengebäuden der Spätantike und des frühen Mittelalters im Gebiet des früheren Erzbistums Trier einschliesslich seiner Suffraganbistümer Metz, Toul und Verdun kann, abgesehen von einigen kurzen Mitteilungen in den schriftlichen Quellen, nur als sehr spärlich bezeichnet werden. Die Hauptursache dafür ist der Tatbestand, dass von keinem einzigen der innerhalb unseres Untersuchungsraumes zwischen dem 4. und dem 8. Jahrhundert entstandenen Kirchenbauten der Gründungsbau heute noch steht. Alle diese Kirchen sind entweder völlig untergegangen oder haben späteren und in der Regel sehr viel grösseren Kirchenbauten Platz gemacht. Daher bieten lediglich die Ergebnisse der modernen archäologischen Forschung einen Ansatzpunkt, um eine Vorstellung von der inneren und äusseren Gestalt spätantiker und frühmittelalterlicher Kirchen in unserem Untersuchungsraum zu gewinnen.

Bislang liegt jedoch kein zusammenfassender Überblick über die verfügbaren archäologischen Quellen zur frühmittelalterlichen religiösen Architektur zwischen Maas und Mosel vor (1). Es erschien daher interessant, im Rahmen des Luxemburger Kolloquiums zur Christianisierung des Maas-Mosel-Raums eine Zusammenstellung aller bisher bekannten archäologischen Befunde vorzunehmen und darauf aufbauend den aktuellen Kenntnisstand zu den spätantiken und frühmittelalterlichen Kirchengebäuden und ihrer Innenausstattung zusammenfassend vorzulegen (2). Als Untersuchungraum wurde dabei das Territorium der Kirchenprovinz Trier zurückbehalten, umfassend die Gebiete des früheren Erzbistums Trier sowie seiner Suffraganbistümer Metz, Toul und Verdun ; unser Untersuchungsgebiet ist somit grösstenteils - wenn auch nicht völlig - deckungsgleich mit dem Territorium der spätantiken Provinz Belgica Prima (3).