(1) Séminaire d’Etudes Anciennes, Centre Universitaire de Luxembourg, 162 A, avenue de la Faïencerie, L-1511 Luxembourg.

(2) Es ist hier nicht der Ort, die durch das Erscheinen von Finley 1973 erneut angeheizte und bis heute andauernde Debatte um die Natur des antiken Wirtschaftlebens nachzuzeichnen. Zur Orientierung über die zum Teil völlig gegensätzlichen Forschungspositionen siehe u. a. Andreau/Etienne 1984 sowie Whittaker 1990.

(3) Die folgenden Ausführungen basieren auf einem Korpus von etwa 400 Fundstellen, die Hinweise auf Produktion und/oder Verarbeitung von Eisen in römischer Zeit geliefert haben. Unnötig zu betonen, dass diese Zusammenstellung in keinster Weise Vollständigkeit beansprucht.

(4) Dies ist in der Hauptsache darauf zurückzuführen, dass das im Rahmen der vorliegenden Arbeit untersuchte Gebiet seit dem 19. Jh. zwischen vier Nationalstaaten (Belgien, Deutschland, Frankreich und Luxemburg) aufgeteilt ist, in denen die Forschung zur Eisenmetallurgie innerhalb der archäologischen Forschung zu ganz unterschiedlichen Zeiten Interesse fand und mit unterschiedlichen Zielsetzungen durchgeführt wurde.

(5) Einen Überblick über die deutsche Forschung der Vorkriegszeit bietet Weiershausen 1939.

(6) Vgl hierzu die Katalognotiz von A. Kolling zu einer im Katalog nicht abgebildeten Karte von Eisenverhüttungsplätzen im östlichen Saarland in: Mosel und Saar 1983, 109f., Nr. 28b.

(7) Die in Ost- und Nordeuropa durchgeführten Arbeiten wurden vom “Comité pour la Sidérurgie Ancienne” der UISPP koordiniert. Deren Generalsekretär R. Pleiner gibt seit 1967 in Prag als Anhang der Zeitschrift Archéologické Rozhledy ein jährlich erscheinendes internationales bibliographisches Bulletin zur Eisenmetallurgie heraus. Der Forschungsstand der frühen 60er Jahre bei Pleiner 1964. Eine Bibliographie wichtiger polnischer, britischer, deutscher, tschechischer und nordeuropäischer Arbeiten findet sich in Pâquier/Mangin 1992.

(8) Hierfür stellten die in den 70er Jahren in der “Montagne Noire”-Region durchgeführten Untersuchungen einen bemerkenswerten Vorläufer dar, der allerdings zunächst ohne Auswirkungen blieb (Domergue et alii 1975). Drei Zwischenberichte informieren über die Fortschritte der französischen Forschung seit dem Beginn der 80er Jahre: Mangin 1988, 1989 und 1996. Siehe auch die Bibliographie bei Bercot/Mangin 1995.

(9) Für den Osten und Nord-Osten Frankreichs handelt es sich um das Programm “Mines et métallurgie de l’Antiquité à l’Epoque Moderne dans la France de l’Est”, das seit 1981 über ein Dutzend Circonscriptions archéologiques in Lothringen, dem Elsass, Burgund, der Franche-Comté und der Region Rhônes-Alpes erfasst. Siehe hierzu Mangin 1988, 81.

(10) Im Süden des Grossherzogtums Luxemburgs werden seit einigen Jahren systematische Oberflächenbegehungen durchgeführt, deren Ergebnisse jedoch noch nicht vorliegen. Siehe auch weiter unten, Anm. 18.

(11) In Folge des sich ständig weiterentwickelnden Forschungsstands haben gegenwärtig Versuche, die antiken Eisenverhüttungsgebiete Galliens typologisch aufgeschlüsselt zu katieren, wie sie zuletzt von Faivre et alii 1995 und Serneels/Mangin 1996 vorgelegt wurden, notgedrungen immer nur vorübergehenden Anspruch auf Gültigkeit.

(12) Eigentlich haben wir es in Lothringen mit zwei kleineren Produktionszonen zu tun (siehe Abb. 1): dem Plateau de Haye und dem Pays Haut.

(13) In seiner Arbeit (Tahon 1886), auf die alle späteren Erwähnungen direkt oder indirekt zurückgehen, gab V. Tahon eine Gesamtmenge von einer Million Tonnen solcher Schlacken an, die im Verlauf von 25 Jahren in den Hochöfen der Region um Charleroi wiederverwertet worden seien. Obwohl er selbst sich in keiner Weise über die Datierung dieser Schlacken ausgelassen hatte, wurden seine Angaben in der Folge bedenkenlos zugunsten der antiken Eisenverhüttung ins Feld geführt.

(14) Auch die neueren Untersuchungen zu Hinweisen auf metallurgische Aktivitäten in den villae rusticae im Entre-Sambre-et-Meuse-Gebiet stützen m. E. nicht die traditionnelle Einschätzung dieses Verhüttungsgebietes , auch wenn das den einzelnen Autoren nicht immer bewusst zu sein scheint. Ein Überblick über die nichtlandwirtschaftlichen Aktivitäten in den wallonischen villae rusticae insgesamt jetzt bei Bausier et alii 1999, speziell zur Frage der Eisenverhüttung dort auch Polfer 1999b.

(15) Ich danke den Herren Professoren H. Thoen und F. Vermeulen (beide Gent) für diese Information zu grösstenteils noch unpublizierten Funden und Befunden.

(16) Von den zahlreichen nachgewiesenen Pingen ist nur eine mit einiger Sicherheit in die römische Zeit datiert, auch die Annahme einer gleichzeitigen Gründung der Siedlungsstellen – ein Hauptargument für die These einer planmässigen Kolonisierung - beruht fast ausschlieslich auf Oberflächenfunden, da nur eine villa wenigstens teilweise archäologisch untersucht wurde.

(17) Die Region um Eisenberg hat seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche Hinwese auf intensive Eisenverhüttungs- und Eisenverarbeitungstätigkeit auf dem Gebiet des vicus und in der näheren Umgebung geliefert, die Schlackenschichten erreichen stellenweise eine Höhe von 5 m. Die mir zugängliche Literatur spiegelt jedoch einen älteren Forschungsstand, der durch neuere und noch nicht vorgelegte Grabungen überholt sein dürfte. Eine diesbezügliche Anfrage blieb leider ohne Antwort.

(18) Nur eine Fundstelle ergab auch Hinweise auf Eisenverhüttung. Diese Feldbegehungen werden seit Mitte der 90er Jahre von Herrn C. Robert aus Esch/Alzette (Luxemburg) durchgeführt, ihre Ergebnisse sind noch unpubliziert.

(19) Die Bibliographie zu den einzelnen Werkstätten in vici, Lagerdörfern oder Strassenstationen findet sich im Katalog im Anhang zu der vorliegenden Arbeit. Die in Klammern gestellte Ziffer hinter dem Ortsnamen verweist auf diesen Katalog. Aus Platzgründen wird in der vorliegenden Arbeit auf die erneute Vorlage des Katalogs zu den Werkstätten im ländlichen Raum verzichtet. Siehe hierzu Polfer 1999b, xx-yy.

(20) Zu den Indizien für Verhüttungsöfen in Nordgallien und dem Rheinland vgl. Polfer 1999a, xx-yy, zu den verarbeitenden Werkstätten ibid., xx-yy. Eine neuere Arbeit (Gralfs 1994) zu metallverarbeitenden Werkstätten in den Nordwestprovinzen wird nur der Vollständigkeit halber erwähnt, sie erfasst nur einen kleinen Teil der bekannten Fundstellen.

(21) Der Begriff “ländlicher Raum” wurde hier bewusst aufgrund seiner Unbestimmtheit gewählt, er umfasst sowohl die Fundstellen innerhalb von Gutshöfen wie auch “isolierte” Werkstätten. Zu den unterschiedlichen Kategorien von Verhüttungsplätzen im ländlichen Raum vgl. Polfer 1999a, xx-yy, speziell zur Verhüttung im Rahmen von villae rusticae ibid., xx-yy..

(22) In Abb. 6 wurden in der Rubrik “Verarbeitung” bei den im ländlichen Raum gelegenen Werkstätten einfache Reparaturschmieden in villae rusticae nicht berücksichtig.

(23) Kleinere Mengen Verhüttungsschlacken stellen kein sicheres Indiz für Verhütung am Fundort dar, sie können auch auf andere Weise (z.B. als Baumaterial) dorthin gelangt sein. Zu dieser Frage Dieudonné-Glad 1999, xx-yy.

(24) Es handelt sich um die Fundstellen Altenheim (villa rustica, 1.-3. Jh.), Anthée (villa rustica, 2.-3. Jh), Hotton (oppidum, frühes 1. Jh.), Jemelle (Spätphase der villa rustica, 4. Jh.), Lanay (isoliert, 1.-3. Jh.), Nettersheim (Tempelbezirk, Datierung unbestimmt) und Saareinsming (Spätphase der villa rustica, 4. Jh.). Siehe hierzu Katalog und Bibliographie in Polfer 1999b, xx-yy.